Dom– und Inselstadt Havelberg: Die BUGA 2015 hat ein Vorspiel

In der Dom­stadt Havel­berg – reich an His­to­rie und im Biosphären­reser­vat Mit­telelbe gele­gen – finden Rad-, Natur– und Kul­tur­touris­ten gle­icher­maßen ihr Eldo­rado, ebenso die Freizeitkapitäne, die hier im Yachthafen anle­gen oder sich für den Kurz-Trip ein Boot auslei­hen. Aus­flugschiffe laden zu Fahrten in die reizvolle Flus­sland­schaft ein. Und wer jetzt schon einen Blick über den „Garten­zaun“ der BUGA 2015 wer­fen möchte, kann sich bis Sep­tem­ber jew­eils am let­zten Don­ner­stag im Monat einer Baustel­len­führung anschließen. Weit­er­lesen

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Wie der Stahl genutzt wird, kann immer wieder neu erfunden werden“

In Wernigerode fand Wolf-Dieter Wit­tig eine his­torische Schmiedew­erk­statt ganz nach seinen Vorstellungen

Das riecht hier wie in meiner Kind­heit“, der ältere Herr aus Bre­men erzählt von seinem Heimat­dorf und der Schmiede, die es damals dort gab. Seine Augen leuchten ob der Werkzeuge, die er hier alle vorfindet. Der ihm ver­traute Geruch kommt von den offe­nen Feuer­stellen, wo die Flam­men über der Steinkohle lodern. Wenn die Tür zur Werk­statt in der „Krellschen Schmiede“ mit­ten im Wernigeröder Stadtzen­trum auf steht, lassen die Neugieri­gen nicht lange auf sich warten. Schnell wird ihnen hier klar: Dies ist kein Museum. Im Meis­ter­be­trieb von Wolf-Dieter Wit­tig wer­den Artikel für Hof, Haus und Garten geschmiedet – von Kerzen­stän­dern und Leuchten ange­fan­gen über Garder­oben­hal­ter, Wet­ter­hähne bis hin zu mul­ti­funk­tionalen Feuerkör­ben. Weit­er­lesen

Die Holler-Frau aus der Börde

Die Malerin und Holunder-Expertin Ursula Duchrow hat das Maskottchen Holli Holler erfunden.

Die Schön­heit der Hohen Börde erschließt sich auf den zweiten Blick“, sagt die Malerin Ursula Duchrow. Die gebür­tige Magde­burg­erin und Wel­tenbumm­lerin weiß, wovon sie redet. Nach­dem sie unter anderem in Spanien und Lux­em­burg gelebt hat, fand sie in den 1990er Jahren zurück und in Niedern­do­deleben ihre Oase unter dem vielbe­sun­genen „Holler­busch“. „Mit dem Blick von außen habe ich erkannt, wie schön es hier ist“, sagt sie. Als Mit­glied im Land­frauen­ver­band möchte sie ihr Wert­ge­fühl für diese Region weiter geben – sowohl an jene, die hier leben, als auch an jene, die zu Besuch kom­men. Weit­er­lesen

Solarzellen mit glänzender Öko-Bilanz

Innotech Solar-Geschäftsführer Kai Förster

Wenn um die Mit­tagszeit die Sonne am höch­sten steht, setzt sie dem Glanzpunkt im Fir­men­l­ogo von ITS | Innotech Solar noch einen drauf. Gut möglich, dass die Erbauer dieses Werks­ge­bäudes am Stan­dort Halle genau diesen Effekt erzie­len woll­ten. Eine erfol­gre­iche Ansied­lungs­geschichte mit Leuchtkraft inmit­ten des Solar­clus­ters Sachsen-Anhalt ist es alle­mal. 2008 hatte sich ITS | Innotech Solar, der schwedis­che Her­steller von hochw­er­ti­gen Solar­mod­ulen, gegrün­det und wei­hte 2011 am Stan­dort Gewer­bege­biet Halle-Queis sein neues Werk für die Opti­mierung von Solarzellen ein. Logis­tisch vorteil­haft am Auto­bahnkreuz und in Flughafen­nähe gele­gen ist ITS | Innotech Solar Halle opti­mal zu erre­ichen für seine Kun­den, die haupt­säch­lich aus Europa kom­men. Weit­er­lesen

Da kommt der Gaumen ins Staunen

Gepäxte Apfel­ringe und Tomaten sind im Gegen­satz zu herkömm­lichen Trock­en­früchten knusprig.

Füßlinge, Kit­tel und das Haar­netz sind ein Muss für jeden, der die Pro­duk­tion­san­lage betritt. Vorher Hände waschen und desin­fizieren nicht vergessen. „Diese Anlage ist unser höch­stes Gut“, sagt Lutz Habenicht. Doch geht es nicht allein um die „Gesun­der­hal­tung“ des Pro­duk­tion­sprozesses. Rein­heit ist höch­stes Gebot für jeden, der mit Lebens­mit­teln in Berührung kommt. Und ger­ade die Berührung mit allen Sin­nen ist hier gefragt. Es wird sortiert und aus­sortiert, was den Ansprüchen an das Ausse­hen, an die Hap­tik, den Duft und die Kon­sis­tenz nicht genügt. Und: Das Kosten ist hier aus­drück­lich erwün­scht. Beim Zubeißen muss es knus­prig krachen. Weit­er­lesen

Anna Fejtova erforscht am Magdeburger Leibniz Institut für Neurobiologie die Transportwege im Gehirn

Die anderthal­b­jährige Zora hat die Nacht mal wieder zum Tag gemacht. „Ich fühle mich darum ein biss­chen müde“, entschuldigt sich Mut­ter Anna. Das sieht und merkt man der jun­gen Frau allerd­ings über­haupt nicht an. Schon gar nicht, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt. Dann wer­den ihre Augen groß und strahlend. Zu erforschen, welche Prozesse in unserem Gehirn ablaufen, gehört für Neu­rowis­senschaftler noch immer zu den span­nend­sten Auf­gaben. Da kann auch Anna Fej­tova ihren Forscher­drang nicht so ein­fach „aus­brem­sen“, wenn sie abends nach Hause geht. Zumin­d­est gedanklich nimmt sie Synapsen und Boten­stoffe mit in den Feier­abend – zumal auch ihr Mann als Wis­senschaftler am Magde­burger Leib­niz Insti­tut für Neu­ro­bi­olo­gie, kurz LIN, tätig ist und eben­solche gedanklichen Begleiter mit nach Hause bringt. Weit­er­lesen

In der Backstube von „Kathi“ lebt die Gründerphilosophie fort

Chris­t­ian Richter, Mar­tina Frank und Mar­ion Döring per­fek­tion­ieren die Farbin­ten­sität des Papageienkuchens.

Wozu mag ein Seit­en­sprung gut sein? Manch­mal, um wertzuschätzen, was man Gutes hat an Altvertrautem.

Ich war untreu gewor­den. Nach über 30 Jahren (!) gut funk­tion­ieren­der Part­ner­schaft war doch die Ver­suchung groß: Ich wollte den Hefeteig so zubere­iten, wie es einst meine Oma kon­nte. Ich kann es nicht. Aufwand und Ergeb­nis standen in keinem Verhältnis.

Ich backe jetzt wieder im Team mit „Kathi“ – wie viele Frauen meiner Gen­er­a­tion und der unserer Mütter.

Während ich eine neue Back­mis­chung aus­pro­biere, die Tüten öffne und alles nur noch zusam­men­zu­mis­chen brauche, frage ich mich, wer sich eigentlich all die Rezep­turen aus­denkt. Wie und wo wird pro­biert, bis gewiss ist, dass die Back­mis­chung gut und ver­lässlich gelingt? Glück­licher­weise habe ich einen Beruf, dem sich Türen öff­nen, hin­ter denen die Antworten zu finden sind. Weit­er­lesen

Reisen hilft gegen Liebeskummer

Car­men Nieber­gall und Beate Hagen tra­gen in Eisleben “Das Liebe­spaar” von Hans Chris­t­ian Ander­sen vor.

Mitte 20 zu sein ist schön. An Liebeskum­mer zu erkranken, ist weniger schön. Gehört aber irgend­wie zusam­men. Weiter im Leben fort­geschrit­ten weiß man später, wie wahr der erfahrene Volksmund spricht: Zeit heilt auch diese Wun­den. Der Empfehlun­gen hil­fre­icher Heilungsmit­tel gibt es da ja viele. Eines ist „Ablenkung“.
Der dänis­che Dichter Hans Chris­t­ian Ander­sen ging aus diesem Grund auf Reisen – die kon­nten nicht weit genug weg sein, so sehr hatte er sich unglück­lich in die kün­ftige Frau seines Stu­di­en­fre­un­des ver­liebt. Im Früh­som­mer 1831 ging Ander­sen von Kopen­hagen aus auf eine Deutsch­landreise. Zum Glück für uns Nach­weltler machte er ziem­lich genaue Reiseno­ti­zen. Die Jour­nal­istin Beate Hagen hat sie in ihrem Buch „Auf den Spuren von Hans Chris­t­ian Ander­sen von Braun­schweig bis Leipzig“ zusam­menge­fasst. Dass Ander­sen auch in Eisleben war, ist darin zu lesen. Seiner Verehrung für Luther wegen wollte er sich dessen Geburt­sort anse­hen. Tourenreich-Inhaberin Car­men Nieber­gall hat daraus einen empfehlenswerten Stadtspazier­gang kreiert: „Auf den Spuren von Hans Christin Ander­sen durch Eisleben“. Kür­zlich war der lit­er­arische Luther-Andersen-Dialog über die Zeit­gren­zen hin­weg zu erleben, mit dabei war auch der Kaiser – der hatte extra seine neuen Klei­der ange­zo­gen.
Es werde eine Wieder­hol­ung dieses lit­er­arischen Stadt­ganges geben, ver­spricht Car­men Nieber­gall. Immer mal vor­beis­chauen bei www.tourenreich.de. Dort gibt es noch viele andere schöne Ange­bote für Architek­tur– und Kunstreisen.

Ander­sen übri­gens hat seine Jugend­liebe nach vie­len Jahren wieder gese­hen – und danach die Geschichte „Das Liebe­spaar“ geschrieben. Ein Kreisel ver­liebt sich in einen Ball, der aber hält sich für etwas Besseres. Jahre später kommt der Kreisel zu der Erken­nt­nis: „… die alte Liebe aber vergeht, wenn die Geliebte fünf Jahre lang in einer Wasser­rinne gele­gen hat und aus­ge­quollen ist, ja, man erkennt sie nicht wieder, wenn man ihr im Mül­lka­s­ten begegnet.“

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Faszination Weite — Die modernen Gärten der Petra Pelz

Fasz­i­na­tion Weite – mein absoluter Wun­schti­tel“, sagt Land­schaft­sar­chitek­tin Petra Pelz. Vor ihr auf dem Tisch liegt ihr erstes „eigenes“ Garten­buch. Sie schaut zu ihrem großen Küchen­fen­ster raus. Von hier aus kann man zuschauen, wie sich die Pflanzen mit Lebenslust ihren Garten­raum erobern. „Fasz­i­na­tion Weite“ auch da draußen. „Ich erlebe die Dynamik von Stau­den und Gräsern, ihr Aus­treiben, Wach­sen, Blühen und Verge­hen als einen wun­der­baren natür­lichen Prozess“, sagt die Gartengestalterin.

„Fasz­i­na­tion Weite“ auf engem Raum – das ist eine gartengestal­ter­ische Kunst, mit der sich Petra Pelz inter­na­tional einen Namen gemacht hat. Der eigene 60x11 Meter-Garten am Haus in Biederitz bei Magde­burg war ihr immer auch ein Exper­i­men­tier­raum. Ein „Schau­garten“ zum Beobachten von Pflanzen, die man zu DDR-Zeiten hier nicht kannte.

Die mod­er­nen Gärten der Petra Pelz“ ist der Unter­ti­tel ihres Buches. „Mod­ern“, sagt sie, „das heißt für mich großzügig, natur­nah mit immer neuen Akzen­ten. Ich liebe die Ein­fach­heit und die Klarheit. Was über­haupt nicht mit Langeweile gle­ichzuset­zen ist. Im Gegen­teil. In meine Gärten soll man regel­recht ein­tauchen, sich in ihnen berauschen können.“

Den neuen Garten-Stil, Pflanzun­gen auf wenige Arten zu beschränken und diese großflächig einzuset­zen, die Natur kün­stlich zu über­höhen und trotz­dem „wie wild“ ausse­hen zu lassen, machte Petra Pelz zu ihrem Marken­ze­ichen. Sie bereiste Gärten und Parks an der amerikanis­chen Ostküste, Präriegärten in Nor­damerika, ital­ienis­che und chilenis­che Land­schaften. Sie begeis­terte sich für Pflanzen, die hierzu­lande noch völ­lig unbekannt waren. Petra Pelz suchte sich zu Hause heimis­che Gärt­nereien ihres Ver­trauens, die mit ihr zusam­men diese unbekan­nten Pflanzen lustvoll ent­deck­ten und die importierten Arten ver­mehrten. In der Gärt­nerei „Flor­agarten“ von Jan Wein­re­ich in Wolmirst­edt zum Beispiel fand die Land­schaft­sar­chitek­tin einen gle­ich­gesin­nten Pio­nier der ersten Stunde.

Viele der von Pflanzenent­deck­erin Pelz „einge­führten“ Fremdlinge fühlen sich mit­tler­weile wohl in den hiesi­gen Gärten, Anla­gen und Parks. Sehr ver­mehren sich und bre­iten sich freudig aus. Auf die wach­sende Nach­frage stellen sich inzwis­chen auch die Gärt­nereien mit ihren Züch­tung­spro­gram­men ein.

Fasz­i­na­tion Weite –Die mod­er­nen Gärten der Petra Pelz“, Ulmer Ver­lag, ISBN 9783–3-8001–7683-0

Aus gutem Grund ist Petra Pelz Anfang dieses Jahres von der Deutschen Garten­bauge­sellschaft zur Pflanzen­botschaf­terin ernannt worden.

 

Fasz­i­na­tion Weite“ gelingt der Land­schafts­de­signerin auch auf kle­in­stem Raum, etwa in den pri­vaten Gärten hin­term Rei­hen­haus, deren Aus­maße eher einem „Hand­tuch“ entsprechen. Geschickt teilt sie den Raum auf, nimmt die Kulisse angren­zen­der Grund­stücke mit ins Bild auf.

Bei den Garten­schauen liege der beson­dere Reiz in den speziellen Vor-Ort-Bedingungen wie auch in den Nach­nutzungskonzepten, in die sich ein gestal­ter­isches Thema ein­fü­gen muss, sagt Petra Pelz. Für die Buga 2015 in der Havel­re­gion Brandenburg-Havelberg „wach­sen“ ger­ade ihre Ideen „von Dom zu Dom“.

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Mit Hans Christian Andersen durch Eisleben

Buchau­torin Beate Hagen und Rei­sev­er­anstal­terin Car­men Nieber­gall (v.l.)

„Eisleben ist eine hüb­sche Stadt, von grü­nen Hügeln umgeben und weit in der Ferne sieht man die ersten Wein­berge …“, schrieb Hans Chris­t­ian Ander­sen im Mai 1831 in sein Reisetagebuch.

Wer am 12. August dem Ange­bot von „touren­re­ich – Architek­tur– und Kun­streisen Mit­teldeutsch­land“ fol­gen und einen Tag auf den Spuren des dänis­chen Dichters ver­brin­gen möchte, wird sich mit ähn­lichen Bildern vor Augen der Stadt Eisleben näh­ern. Doch ist dies nicht nur eine Wein­re­gion. Sie wird auch „Land der Pyra­mi­den“ genannt, die Hin­ter­lassen­schaften des Kupfer­schiefer­berg­baus ähneln den ägyp­tis­chen Pharao­nen­gräbern. „Vor eini­gen Häusern in der Nähe der Stadt, in denen Met­alle geschmolzen wer­den, lag der schwarze Abfall wie kleine Berge und der weißblaue Rauch wirbelte hüb­sch über diesen Bergen und hin­weg zu den grü­nen Feldern …“ Solchen Andersen-Bildern begeg­nen wir heute nicht mehr in natura. Doch sie sind bedeu­tend für die wirtschaftliche Geschichte der Region. In den 1970er Jahren wurde hier der Kupfer­schiefer­berg­bau eingestellt. Weit­er­lesen